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Brugg: Neubau Aarebrücke

Der Neubau der Aarebrücke bei Brugg war Teil der Leistungssteigerung der Bahnlinie über den Bözberg für den Huckepack-Verkehr. Die ungenügende Tragfähigkeit für den künftigen Güterverkehr sowie der Lärm, der beim Befahren der Stahlbrücke entstand, waren die Hauptgründe für den Neubau. Der Brückenneubau besteht aus Spannbeton. Die Pfeiler und Widerlager aus Naturstein blieben bestehen; der Fussgängersteg wurde rekonstruiert.

Brückengestaltung

Die bogenförmige Untersicht des Brückenüberbaus folgt dem Kräfteverlauf des Durchlaufträgers und harmoniert mit der Seilkurve des Hängesteges. Durch die versenkt angeordnete untere Kastenplatte werden die gegen die Pfeiler hin voutenförmig verbreiterten Stege deutlich sichtbar gemacht. Der Übergang zwischen dem Überbau und dem massiven Pfeilermauerwerk wird durch seitlich dreiecksförmig hochgezogene Auflagersockel betont.

Bauablauf

Querverschub des Brückenüberbaus: Herstellung des ca. 115 000 kN schweren Brückenüberbaus auf Betonhilfspfeilern neben der bestehenden Brücke. Verschub des Überbaus in zwei Etappen in allen sechs Auflageachsen mit Hilfe von auf die kurvenäusseren Lagerkörper wirkenden hydraulischen Pressen und kontinuierlich vorgelegten teflonbeschichteten Neopreneplatten.

Brückenüberbau

Der 234 m lange Brückenüberbau wird in vier Etappen von 48, 52, 64 und 70 m auf dem unternehmerspezifischen "Sitter"-Gerüst hergestellt: pro Etappe zuerst der Trog und max. zehn Tage später die Fahrbahnplatte. Die Konsolen werden nachträglich in 8-m-Etappen betoniert. Der Überbau wird in Längsrichtung voll und in Querrichtung teilweise vorgespannt. Es wird das VSL-System PT-PLUS mit Kunststoff-Hüllrohren und CS-Verankerungen eingebaut.

Pfeiler und Widerlage

Wegen des höheren Eigengewichts des neuen Überbaus wird das Natursteinmauerwerk der Pfeiler und Widerlager instandgesetzt und die Tragfähigkeit der Mauerwerksschale erhöht. Das neue Fugenmaterial (Versetzmörtel, Injektionsgut) weist einen ähnlich tiefen Elastizitätsmodul auf wie das bestehende. 

Baugrund

Wegen des höheren Brückengewichts muss unter den beiden Landpfeilern der ungenügend tragfähige Baugrund aus stark verwitterter Molasse verbessert werden. Die Baugrundverbesserung erfolgt im Jetting- Verfahren mit dem Dreiphasen-System GUJET 3. Dabei wird zuerst eine Drehbohrung mittels Rollenmeisel abgeteuft. Anschliessend wird der Baugrund von unten nach oben kontinuierlich mit einem Hochdruck-Wasserstrahl aufgeschnitten und gleichzeitig mit einer Zementsuspension verfüllt.

Hängesteg

Der 120-jährige Hängesteg genügt den heutigen Anforderungen nicht mehr und muss ersetzt werden. Entsprechend dem alten Erscheinungsbild wird der Hängesteg wieder als Fachwerkkonstruktion aus Stahl ausgeführt. Die Stegbreite wird auf die vorhandene Pfeilerdurchlassbreite von 2.20 m verbreitert und die Beleuchtung verbessert. Als Belag sind sägerohe Lärchenholzbohlen verwendet.

BauherrschaftSBB Kreisdirektion III, Zürich
OberbauleitungSBB-Bauabteilung III, Ingenieurbau, Zürich
Bauphasen
Sept. 93 - März 95Doppelspurbetrieb auf der alten Brücke; Herstellung des neuen Überbaus aareabwärts auf Betonhilfspfeilern; Instandstellung des Mauerwerks; Baugrundverbesserung unter den Landpfeilern
März 95 - Aug. 95Einspurbetrieb auf der alten Brücke; Abbruch Stahlfachwerk 1. Teil; Anpassung der Widerlager- und Pfeilerköpfe 1. Etappe
Aug. 95Einspurbetrieb auf der alten Brücke; Einschub des neuen Überbaus 1. Etappe
Aug. 95 - Feb. 96Einspurbetrieb auf der neuen Brücke; Abbruch Stahlfachwerk 2. Teil; Anpassung der Widerlager und Pfeilerköpfe 2. Etappe
Feb. 96Unterbruch des Bahnbetriebs; Einschub des neuen Überbaus 2. Etappe in ca. 10 Stunden; Einspurbetrieb auf der neuen Brücke
Feb. 96 - Sept. 96Doppelspurbetrieb auf der neuen Brücke; Fertigstellung

 

Erbrachte LeistungenProjektierung und örtliche Bauleitung

Brückengeschichte

1873 - 75             Bau der Bahnbrücke über die Aare mit Pfeilern und Widerlagern aus Natursteinmauerwerk für zwei Gleise. Überbau als Schweisseisenfachwerk (Pauli-Träger) für ein Gleis. Hängesteg als Fussgängerverbindung.
1904 - 05 Ersatz des Überbaus durch genietete Halbparabel-Fachwerkträger aus Stahl für zwei Gleise.
1993 - 96 Ersatz des Überbaus durch eine Spannbeton-Konstruktion (Holkasten). Instandstellung des Natursteinmaerwerks der Pfeiler und Widerlager. Ersatz des Hängesteges.